Namen und Bedeutungen welfischer Münzen

1/3 Taler ₰ - Halbgulden; 3 Stück dieser Münzen ergaben einen Taler.
1/6 Taler - 4 Groschen; 6 Stück dieser Münzen ergaben einen Taler.
1/12 Taler - Doppelgroschen; 12 Stück dieser Münzen ergaben einen Taler.
1/24 Taler - Groschen; 24 Stück dieser Münzen ergaben einen Taler.
1/48 Taler - Halbgroschen; 48 Stück dieser Münzen ergaben einen Taler.
Albertustaler - Große Silbermünze, eingeführt 1612 in den spanischen Niederlanden unter Albert und Isabella. Etwas leichter (um 1,33 Gramm) als der Reichstaler, entwickelte sich der Albertustaler zur Haupthandelsmünze im Ostseeraum und wurde von vielen Staaten nachgeprägt. Nach 1690 setzte sich der Leipziger Münzfuß durch und der Albertustaler verschwand aus dem Umlauf.
Apfeldrieling - Apfeldreiling; Drei-Pfennigstück, welches nach der Reichsmünzordnung von 1571 auf einer Seite den Reichsapfel mit der Wertziffer 3 trug.
Ausbeutetaler - Ausbeutetaler wurden aus dem Erz eines bestimmten Bergwerks geprägt. Darauf wird in der Umschrift oder im Münzbild hingewiesen. Auf vielen Ausbeutemünzen ist auch das Bergwerk abgebildet aus denen das vermünzte Erz stammt. Neben Talern gibt es auch andere Nominale, z.B. Ausbeute-Dukaten, -Groschen, -Gulden und -Löser.
Bärentatzengrochen - Bezeichnung für einen Kippergroschen des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel. Die Münze zeigt als Motiv das Wappen von Hoya, welches aus 2 Bärenklauen besteht.
Baugroschen -
Brakteat - Einseitig geprägter Hohlpfennig.
Brillentaler - Talermünzen von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, geprägt 1586-1589. Die Münzen zeigen auf der Rückseite den Wilden Mann mit Kerze, Sanduhr und daran hängender Brille. (Gekürzte) Umschrift: WAS HILFT DEN AUGEN LICHT VND BRILL DER SICH SELBST NICHT HELFEN VND KENNEN WILL.
Commisgroschen -
Denier - Französische Ableitung vom Denar. In Frankreich wurde der Denier zuletzt im 16. Jahrhundert geprägt. In Deutschland hielt er sich noch bis 1649 als Kupfermünze und bis 1795 als Rechnungsmünze. Das einzige nach 1649 geprägte Stück war eine Ausgleichsmünze während des 7jährigen Krieges. Das Kupferstück mit der Wertbezeichnung 1 Denier = 13 einen Mattier wurde unter Herzog Karl I. von Braunschweig und Lüneburg in Braunschweig-Wolfenbüttel geprägt und noch im gleichen Jahr wieder außer Kurs gesetzt.
Dreiling - Volkstümliche Bezeichnung für ein "Dreier-Nominal", in der Regel für Drei Pfennig- oder Drei Kreuzer-Stücke.
Drieling - siehe Dreiling
Einhorngulden - Bezeichnung für einen 1694 geprägten 2/3 Taler von Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg. Durch einen Stempelriß entstand auf der Stirn des abgebildeten Welfenroßes eine Erhebung, die es wie ein Einhorn aussehen läßt.
Eintrachtstaler - Talerprägungen die durch Münzbild und/oder Umschrift die Eintracht und Harmonie zwischen den verschiedenen Herrschern ausdrücken.
Esterlin - Französische Bezeichnung für den englischen Pfennig (Sterling) und seine Beischläge.
Flitter - Kleine Halbpfennigstücke, die während der Kipper- und Wipperzeit in Niedersachsen und Thüringen zu Nennwerten von 1,2,3 und 4 Flittern geprägt wurden.
Freundschaftstaler -
Geburtstagspfennig - Münze auf den Geburtstag des Herrschers oder seiner Angehörigen. Z.B. ließ August der Jüngere von Braunschweig-Wolfenbüttel 1661 ein 3 Pfenningstück zu seinem 83sten Geburtstag prägen. Auf dieses Ereignis wird in der Umschrift hingewiesen.
Georg d´or - Bezeichnung der Pistolen des Fürstentums (ab 1814 Königreich) Hannover, hannoversche Pistolen wurden seit 1758 mit einem Goldgehalt von 6,05 Gramm geprägt. Ab 1813/14 verschlechterte sich der Gehalt zu Lasten anderer Staaten auf 5,95 Gramm. In der Folge wurden die Stücke kaum noch angenommen und seit 1839 kaum noch ausgeprägt. 1857 wurde der Georg d´or von der Krone abgelöst.
Glockentaler - Von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig (1635-1666) ausgebrachte Serie von sieben unterschiedlichen Talern auf die Befreiung der Festung Wolfenbüttel von kaiserlicher Besatzung während des dreißigjährigen Krieges. Geprägt wurden die Stücke in Goslar und Zellerfeld. Von einzelnen Typen wurden auch Halb- und Vierteltaler ausgeprägt.
Glückstaler - Bezeichnung für Taler mit der Darstellung der Glücksgöttin Fortuna. Zu den Glückstalern gehören u.a. 1623 von Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig (1613-1634) geprägte 1¼ und vierfache Reichstaler, avers zeigen sie die Göttin Fortuna, revers diverse Motive aus Fischerei, Hüttenwesen, Jagd und Landwirtschaft.
Gottesfreundtaler - siehe Pfaffenfeindtaler
Groten - Kurzform für Groten Turnos (abgeleitet vom Gros tournois), der Groten entstand Anfang des 14. Jahrhunderts an der unteren Weser und ersetzte den Pfennig als Hauptwährungsmünze. Am Anfang galt der Groten noch 4 meißnische Pfennige, verschlechterte sich aber mit der Zeit immer mehr. Der der Silbergehalt verringerte sich von 2,386 Gramm (1405) auf 0,206 Gramm (1752). Der letzte silberne Groten wurde 1870 ausgeprägt, Halbgroten wurden bereits ab 1800 in Kupfer geprägt.
Halbort - 1/8 Taler oder Dreigroschen.
Harzgold - Prägungen aus Gold welches im Harz gefunden wurde. Auf diese Herkunft wird meist in der Umschrift hingewiesen.
Hausknechtstaler - Spottbezeichnung für Talermünzen von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel. Die Hausknechtstaler zeigen als Münzbild einen Wilden Mann, der eine Tanne so vor sich hält, daß es aussieht als würde er Hausknechtsarbeit erledigen.
Heller - Die ersten Heller wurden gegen 1189 in der Reichsmünzstätte Schwäbisch-Hall geprägt. Sie trugen auf einer Seite das Bild einer offenen Hand und die Umschrift HALLE, auf der anderen ein Kreuz und die Umschrift F.R.I.S.A = Fridericus Romanorum Imperator Semper Augustus. Die Umschriften sind aber nur selten klar zu lesen und wurden ab 1250 weggelassen. Die Heller waren leichter und von schlechterem Silber als andere Pfennige der Zeit, und durch ihren geringen Wert waren sie für den alltäglichen Kleinhandel gut geeignet. Sie wurden lange Zeit in gleicher Form in großen Mengen geprägt, wurden dann auch von anderen Münzstätten geprägt, und breiteten sich über Süd- und Westdeutschland aus. Sie waren aber immer die Kleinmünze, weniger wert als der normale Pfennig. Der Name "Heller" wurde schließlich für den halben Pfennig verwendet; Heller waren seit dem 17. Jh. die ersten Kupfermünzen Deutschlands. In Deutschland wurden Heller bis 1866 geprägt, in Österreich wurden noch 1892 bis 1918 Heller ausgegeben.
Helmpfennig - Bezeichnung für Pfennige die als Münzbild einen Helm zeigen. Bekannt sind z.B. Helmpfennige aus Frankfurt/Oder unter Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg (1415-1440) sowie diverse hannoversche Helmpfennige (1322-1437).
Juliuslöser - Von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1568-1589) geprägte Schaumünzen im Wert von 2½ bis 16 Reichstalern. Auf der Vorderseite zeigen die Münzen den Wappenschild, umgeben von Bildern des Tierkreises und der Planeten. Auf der Rückseite den Herzog.
Kassengeld - Bezeichnung
Klippe - Das Wort Klippe kommt aus dem Schwedischen und bedeutet dort "mit der Schere schneiden". Klippen sind nicht rund wie normale Münzen, sondern eckig, meist viereckig. Die ersten erschienen 1519-1523 im Krieg Dänemarks gegen Schweden, und bis ins 18. Jh. haben Notmünzen und Belagerungsmünzen oft eine Klippenform, denn in einer Notsituation ließ sich ein eckiger Schrötling leichter, schneller und mit weniger Abfall aus dem Zainblech schneiden als ein runder Schrötling. Außerdem gibt es Prägungen in Klippenform, auch Abschläge normaler Kursmünzen als Klippe, bei denen die außergewöhnliche Form gleich auf das Besondere der Prägung hinweisen sollte. Solche Klippen wurden für Geschenkzwecke hergestellt, oder sie dienten als Schulpreis oder als Schießprämie bei Schützenfesten.
Körtling - Ein Groschentyp, welcher seinen Ursprung im 14. Jahrhundert hat und erstmals in Göttingen geschlagen worden sein soll. Feingehalt anfangs 14-, später 12lötig. 160 Stück sollten aus der Mark geprägt werden, somit 1,34 g Feingewicht auf 1,58 g Rauhgewicht.
Lichttaler - Spitzname für Taler des Herzogs Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, auf denen der wilde Mann eine brennende Kerze hält. Es gibt verschiedene Typen solcher Taler aus verschiedenen Jahren. Die Umschrift ist jeweils ALIIS IN SERVIENDO CONSUMOR = lat. Ich verzehre (oder verbrauche) mich, indem ich anderen diene. Der Sinn ist klar: So wie die Kerze sich verbrennt, um uns Licht zu geben, so arbeitet der Herzog sich mit den Regierungsgeschäften zu Tode, um seinen Untertanen zu nutzen.
Löser - Schaumünzen zu Repräsentationszwecken im Wert von bis zum vielfachen eines Talers. Besondern bekannt sind die Juliuslöser von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel.
Löwenpfennig - Bezeichnung für Pfennige (auch Heller und Brakteaten) mit einem Löwen als Münzmotiv. Zu den Löwenpfennigen gehören vor allem Prägungen der Stadt und der Herzöge von Braunschweig, sowie einseitige meißnische Heller und Pfennige des 15. Jahrhunderts mit Löwenschild.
Lügentaler - Von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel geprägter Spotttaler auf seine Streitigkeiten mit den Geschlechtern Saldern, Steinberg und Stockheim. Auf einer Seite sieht man einen von einem Engel gekrönten Löwen (als Symbol für die Welfen), welcher einen Steinbock (Steinberg) zerreißt. Daneben sieht man einen verdorrten Stock (für Stockheim), aus welchem eine Rose (symbolisiert das Wappen des Geschlechts von Saldern) wächst. Diese Taler wurden 1596 und 1597 in Goslar geprägt.
Mariengulden - Hauptsächlich Rechnungsmünze, gelegentlich auch als 2/3 oder 1/3 Taler ausgeprägt. Z.B. 1623/24 unter Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1613-1634).
Marienmatthier -
Mariengroschen - Bezeichnung einer Groschenmünze, welche erstmals 1503 in Goslar geprägt wurde, der Name leitet sich von der ursprünglich abgebildeten Maria ab. Der Mariengroschen verbreitete sich über große Teile Nordwestdeutschlands und wurde ab ca. 1555 teilweise durch den Fürstengroschen verdrängt. Nach der Kipper- und Wipperzeit erlebte der Mariengroschen eine erneute Blütezeit und wurde zum Wert von 8 Pfennigen oder 2/3 des Guten Groschens ausgebracht. Das Münzbild zeigte jetzt nicht mehr bevorzugt die Maria, sondern den Heiligen Andreas, das welfische Roß, den Wilden Mann oder das Monogramm des Fürsten. Es wurden jetzt auch sehr viele Mehrfachstücke geprägt, zu 2, 4, 6, 12 und 24 Mariengroschen. 24 Mariengroschen galten einen Gulden oder 2/3 Taler. Auf den Taler gingen 36 Mariengroschen. Die Prägung der Mehrfachstücke endete 1834 in Braunschweig mit einem 24 Mariengroschenstück.
Mattier - Abkürzung für den Mathiasgroschen
Mückentaler - Als Mückentaler oder Wespentaler wird ein Taler aus dem Jahr 1599 von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel genannt. Der Taler zeigt einen Löwen, der von Wespen angegriffen wird, und einen Adler, der beschützend über ihm fliegt. Die Wespen sollen die Adligen symbolisieren, die gegen den Herzog rebellieren. Der Adler symbolisiert den Kaiserlichen Schutz. Der Wespentaler gehört zu den s.g. emblematischen Talermünzen des Herzogs, die er auf den Streit mit einigen Adligen seines Landes prägen ließ.
Münzbesuchspfennig - Gedenkmünze zu einem Pfennig, welcher während des Besuchs und oft in Gegenwart des Landesherrn in der Prägestätte geprägt wurde. Auf dieses Ereignis wird auf der Münze hingewiesen.
Münzbesuchstaler - Gedenkmünze zu einem Taler, welcher während des Besuchs und oft in Gegenwart des Landesherrn in der Prägestätte geprägt wurde. Auf dieses Ereignis wird auf der Münze hingewiesen.
Nasenblutengulden - Spottbezeichnung für das 2/3 Talerstück (= Gulden) von 1693 des Kurfüsten Ernst August von Hannover. Durch einen Stempelriß unter der Nase Ernst Augusts sah es so aus als hätte er Nasenbluten.
Pelikantaler - Der Pelikantaler (oder auch Patriotentaler) gehört zu einer Reihe von Schaumünzen von Herzog Heinrich Julius, er wurde ab 1599 in mehreren Varianten in den Prägestätten Goslar und Osterode geprägt. Der Taler zeigt auf der Rückseite einen Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Blut aus seiner Brust nährt, als Sinnbild der Opferbereitschaft des Herzogs für sein Land. Die Umschrift lautet: PRO PATRIA CONSUMOR (Für das Vaterland verzehre ich mich).
Palmgulden - Der Palmgulden oder Palmbaumgulden ist die Bezeichnung eines 2/3 Talers von Johann Friedrich von Calenberg (1665-1679). Diese Münze zeigt eine Palme auf einer Insel im Meer. Der Palmbaum gilt als Symbol der Stärke und der Widerstandskraft.
Pistole - Die Pistole entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zur Hauptgoldmünze in Deutschland, im Wert war sie dem 5 Talerstück gleichwertig. In Anlehnung an den französischen Louis d´or werden die deutschen Pistolen oft nach dem Landesherrn benannt, z.B. Friedrich d´or, Georg d´or, Jérôme d´or oder Karl d´or.
Pfaffenfeindducat - siehe Pfaffenfeindtaler
Pfaffenfeindtaler - Der Pfaffenfeindtaler oder auch Gottesfreundtaler war eine Spottmünze die der protestantische Herzog Christian von Braunschweig 1622 nach der Eroberung der katholischen Stadt Paderborn prägen ließ. Als Münzmetall dienten vor allem erbeutete Kirchenschätze. Auf der Vorderseite der Münze ist zu lesen: "Gottes Freundt - der Pfaffen Feindt". Auf der Rückseite sieht man den aus Wolken ragenden Arm Gottes mit einem Schwert in der Hand und die französische Umschrift: TOVT AVEC DIEV (Alles mit Gott). Neben dem Ein-Talernominal gibt es auch Stücke zu 1 1/4, 1 1/2 und 2 Taler sowie Ein- und Mehrfachdukaten aus Gold. Während einer Fehde mit dem Bischof von Münster ließ Rudolf August von Braunschweig 1671 den Pfaffenfeindtaler nachprägen.
Rebellentaler - Spotttaler von 1595 des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1589-1613) auf die Streitigkeiten mit einigen Adligen seines Landes. Auf der Vorderseite sieht man den Wilden Mann mit einer Fackel und einem doppelseitig gespitzten Pfeil in der Hand. Zu seinen Füßen liegt ein die Pfeilspitze leckender Hund. Auf der Rückseite wird das biblische Motiv "Untergang der Rotte Korah" dargestellt.
Reichsort - Bezeichnung für 1/4 Reichstaler = Sechsgroschen oder Sechsling
Reisetaler - Reisetaler oder auch Schiffstaler nennt man die von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel (1635-1666) auf seinen Reisen geprägten Taler.
Ruhmespfennig -
Scherf - Auch Schärf, Skärf, Hälbling, Helling oder Obol wird das Halbstück des mittelalterlichen Pfennigs bezeichnet. Ab dem 14. Jahrhundert setzte sich der Heller durch und der Scherf wurde verdrängt.
Schildgroschen -
Schiffstaler - Bezeichnung der von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel (1635-1666) auf seinen Reisen geprägten Taler. Die Schiffstaler zeigen als Motiv Schiffe in verschiedenen Varianten und die Umschrift ALLES MIT BEDACHT und ALEA EST IACTA (Der Würfel ist gefallen).
Schöner Taler - Bezeichnung eines Talers, geprägt 1665/66 unter Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel (1635-1666). Die Münze zeigt auf der Vorderseite den Herzog mit Mütze; darüber einen Engel mit Posaune, welcher einen Lorbeerkranz über den Herzog hält. Die Rückseite zeigt den behelmten Wappenschild, gehalten von 2 wilden Männern, dazu den Wahlspruch ALLES MIT BEDACHT.
Schützentaler - Schützentaler, geprägt anläßlich eines Schützenfestes, kamen im 17. Jahrhundert in Mode und wurden in großen Mengen geprägt und oft an die besten Schützen vergeben.
Schwaren - Abgeleitet vom schweren Pfennig, entstanden die Schwaren als Silbermünzen im 14. Jahrhundert als Gegenstücke zu den leichten Pfennigen. Ab 1369 galten fünf Schwaren eine Grote, später wurde der Schwaren zur Kupfermünze. Schwaren waren vor allem in Bremen und Oldenburg in Umlauf, letztmalig wurden sie 1869 geprägt.
Soesling - Auch Sechsling; volkstümliche Bezeichnung für ein "Sechser-Nominal", in der Regel für Sechs Pfennig- oder Sechs Kreuzer-Stücke.
Solidus -
Sterbetaler - Münzen auf den Tod des Münzherrn oder eine/n seiner Angehörigen. In Deutschland wurden die ersten Sterbemünzen Ende des 16. Jahrhunderts geprägt, die meisten Stücke stammen aus Braunschweig-Lüneburg, Reuß, Sachsen, Schwarzburg, Solms und Würzburg. Die Tradition der Sterbemünzen setzt sich bis ins 20. Jahrhundert fort und endet mit dem Deutschen Kaiserreich.
Stüber -
Unterharzgold - siehe Harzgold
Vierling - 1/4 Pfennig, geprägt vermutlich ab dem 12. Jahrhundert um den Bedarf an Kleinmünzen zu decken. In Braunschweig wurden Vierlinge oder auch Scherfe ab dem 15. Jahrhundert geprägt.
Wahrheitstaler - Von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel geprägte Talermünze auf seine Streitigkeiten mit den Adligen. Auf der Vorderseite laute die Inschrift "RECTE FACIENDO NEMINEM TIMEAS" (Tue Recht und scheue niemand). Auf der Rückseite ist die personifizierte, nackte Wahrheit mit offenen Armen abgebildet, unter ihr liegen Lüge und Verleumdung. Diese Münze wurde 1597 und 1598 in Goslar geprägt.
Wespentaler - Als Wespentaler oder Mückentaler wird ein Taler aus dem Jahr 1599 von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel genannt. Der Taler zeigt einen Löwen, der von Wespen angegriffen wird, und einen Adler, der beschützend über ihm fliegt. Die Wespen sollen die Adligen symbolisieren, die gegen den Herzog rebellieren. Der Adler symbolisiert den Kaiserlichen Schutz. Der Wespentaler gehört zu den s.g. emblematischen Talermünzen des Herzogs, die er auf den Streit mit einigen Adligen seines Landes prägen ließ.
Wilder Mann - Sagengestalt des Harzes, der Sage nach eine riesenhafte Gestalt, die mit bloßen Händen Bäume ausreißen kann. Vermutlich kam diese Sage Anfang des 16. Jahrhunderts durch Bergleute aus dem Erzgebirge in den Harz. 1529 wurde die Bergstadt Wildemann gegründet, es folgten die Grube Wildermann, der Stollen Wilder Mann und später die Grube Wilde Frau. 1539 taucht der Wilde Mann erstmals auf Münzen von Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel auf. Bis Ende des 18. Jahrhunderts bleibt er ein beliebtes Motiv auf welfischen Münzen.
Witten - Mittelalterliche Groschenmünze im Wert von 4 Pfennigen, deshalb auch Vierling (Veerling) genannt. Witten liefen zunächst im Raum des Wendischen Münzvereins um, wegen ihrer weißen Farbe wurden sie auch Weißpfennig oder Albus genannt. Anfänglich enthielten die Münzen 1,12 Gramm Feinsilber bei einem Bruttogewicht von 1,33 Gramm. Der Witten entsprach damit in etwa dem englischen Sterling (Engelsche), verschlechterten sich aber mit der Zeit. Im 15./16. Jahrhundert sank der Witten zur Scheidemünze im Wert eines Dreilings (1/192 Reichstaler) ab. Die letzten Witten wurden bis 1854/64 in Wismar und Rostock als Kupfermünzen geprägt.
Wittenpfennig - siehe Witten
Zinsgroschen - Zinsgroschen waren sächsische Münzen, in denen bestimmte Abgaben (Zinse) geleistet werden mußten. Ab 1492 gab es Zwickauer Zinsgroschen, ab 1496 Schneeberger Zinsgroschen. Ein Zinsgroschen galt 1/21 rheinischen Goldgulden oder 12 Pfennig.
Zwietrachtstaler -

Die Erklärungen sind teilweise von www.numispedia.de entlehnt bzw. übernommen.