Henning Schlüter

Henning Schlüter war von 1625 bis 1672 Münzmeister in Zellerfeld und Goslar, in einem undatierten Memorial zu seiner Verteidigung aus dem Oberbergamtsarchiv Clausthal heißt es: "Soll ehr Beide Müntz sowoll zur Goßlar als Zellerfed umb den sold, so der vorige Müntzmeister Heinrich Ockler gehabt versehen". Schlüters Anfang in der Münze Zellerfeld stand unter dem Einfluß des Dreißigjährigen Krieges, denn 1626 wurde die Bergstadt von Tillys Truppen erstürmt. Auch das Amtshaus und die Münze wurden dabei verwüstet. Zeitgenössischen Überlieferungen zufolge prägten Soldaten Münzen aus Zinn, plünderten und verkauften Münzwerkzeuge. Henning Schlüter war zu diesem Zeitpunkt nach Saafeld verreist um dort zu heiraten. In seiner fast fünfzigjährigen Tätigkeit als Münzmeister in Zellerfeld schuf er unter anderem die Glockentaler, die Herzog August der Jüngere von Braunschweig (1635-1666) 1643 in Erwartung der Befreiung der Stadt Wolfenbüttel prägen ließ. Bekannt sind auch die 1653 bis 1666 geprägten sogenannten Hausknechtstaler, eine Abart der Wildemannstaler, bei welchen der Wilde Mann die Tanne nicht wie üblich senkrecht neben sich hält, sondern waagerecht vor sich. Spöttisch hieß es, er (der Wilde Mann) verrichte für den Herzog die Arbeit eines Hausknechts.
Seine Münzmeisterzeichen : HS, H(gekreuzte Schlüssel)S oder (gekreuzte Schlüssel)HS.

Münzmeisterpfennige von Henning Schlüter
Münzmeisterpfennig von Henning Schlüter Münzmeisterpfennig ohne Datum
Durchmesser: ca. 27,5 mm
Material: Kupfer
Gewicht: 4,65 Gramm

AV: Wappen
  Umschrift: HENNING SCHLUETER F.B.L.M.M.Z.Z.
  (Henning Schlüter, Fürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Münzmeister zu Zellerfeld)
RV:aus den Wolken ragende Hand hält Waage
  Umschrift: CONSIDERA.NOVISSIMA.ET.NON.PECCABIS
  (Betrachte Neues und nicht die Fehler)
zum Vergrößern bitte auf die Lupe klicken